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Töpfer: „Erneuerbare Energien sind die Antwort auf globale Herausforderungen“ PDF Print

Berlin, 9. Juli 2008, Pressemitteilung der Agentur für Erneuerbare Energien 

In der Debatte um die Energieversorgung der Zukunft darf Bioenergie nicht vorschnell verurteilt werden. Dieser Ansicht ist Prof. Dr. Klaus Töpfer, Ex-Direktor des UN-Umweltprogramms und Schirmherr der Informationskampagne „deutschland hat unendlich viel energie“. „Es muss unstrittig klar sein, dass im Dreieck von vollen Tellern, vol­len Tanks und intakter Natur immer der Teller die absolute Priorität hat. Aber überall dort, wo wir Biomasse haben, die weder die Nah­rungsmittelversorgung in Frage stellt noch die Natur zerstört, müssen wir sie energetisch nutzen“, so Töpfer gegenüber der Agentur für Erneuerbare Energien. „Denn unsere jahrzehntelang praktizierte ‚3D-Methode’ – deny, delay, do nothing – hat die Welt in eine drama­tische Situation gebracht, die es uns nicht erlaubt, frühzeitig einen Ast einer Entwicklungsmöglichkeit abzuschlagen“, betont der ehemalige Bundesumweltminister. Die weltweit steigende Nachfrage nach Energie könne nicht durch fossile oder atomare Energieträger befriedigt werden, da diese für Entwicklungsländer viel zu teuer sind. „Im hoch entwickelten Westen werden wir noch eine ganze Zeit die Finanzkraft haben, um die ver­bliebenen fossilen Energieträger aufzukaufen und hier mit schamlos niedrigen Effizienzquoten zu nutzen. Wir werden sicherlich auch Kern­energieanlagen betreiben können. Aber das sind keine Antworten auf die globalen Herausforderungen. Hier muss etwas anderes passieren, sonst geht diese Welt in eine Dauerteilung, die nicht Frieden bringen wird“, sagte Töpfer. Einzig die Erneuerbaren Energien seien in der Lage, dezentrale, be­zahlbare Energie im globalen Maßstab bereitzustellen. Töpfer: „Armut ist zunächst und vor allem immer Energiearmut. In Afrika haben nur knapp zehn Prozent der Bevölkerung Zugang zu moderner Energie, die vor allem aus fossilen Energieträgern gewonnen wird. Das führt zu untragbaren Kosten und Abhängigkeiten. Für diese Länder wird die Frage nach dezentraler Energieversorgung über heimische, erneuer­bare Energien zur entscheidenden Entwicklungsfrage. Und da steht Deutschland als Vorreiter bei Erneuerbaren Energien in der Pflicht, Technologien und Lösungen zu liefern.“

Das Gespräch mit Prof. Klaus Töpfer führten Doreen Rietentiet und Philipp Vohrer.

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter: www.unendlich-viel-energie.de